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Marke / Typ: DKW SS 350 Replika
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Baujahr: 1939 / 2005
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Daten:
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Rahmen-Nr.:
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260671 |
| Komplett neue Rennmaschine. |
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Beschreibung: Die Rennabteilung bei DKW in Zschopau wurde schon in den 20ern als Wichtig erachtet und ständig ausgebaut. Mit der Neustruckturierung 1932 zur Auto Union und dem wirtschaftlichen Aufschwung ab 1933 gab es neue Modelle mit Doppelkolben und Ladepumpe. Die 250er Motoren wurden mit Schlitzsteuerung und Membraneinlaß gebaut und sehr erfolgreich bei Rennen eingesetzt. Anfang 1935 gab es dann die Sensation in der Rennszene: die erste käufliche SS 250 wurde an Privatfahrer ausgegeben. Anläßlich des ersten Rennens im Hamburger Stadtpark (April 1935) fuhren zum Entsetzen der internationalen Konkurrenz die SS 250 Privatfahrer allen Viertaktern davon! Sie war mit 22 PS angegeben, was auch in den nächsten Jahren reichte, um vorn mitzufahren. Die SS 250 wurde jedes Jahr verbessert, und ab 1936 war ihr Fahrgestell identisch den Werksmaschinen. 1938 gab es Hinterradfederung und erstmalig schwarze Farbe mit roten Tankfeldern. Vorher waren alle, wie die Werksmaschinen in Silber lackiert. Erst 1939 kam die SS 350 als 2 Zylindermodell dazu. Sie basiert auf der Werksrennmaschine UL 350, die 1938 und ´39 mit W. Winkler die Europameisterschaft errang. Die Unterschiede zwischen den Modellen sind minimal: Die Ladepumpe hat einen Durchmesser von 120 statt 100 mm und die Feinheiten bezüglich Steuerzeiten, Verdichtung, Kolbengewichte usw. sind etwas anders. Das machte eine SS 350 zur Spitzenmaschine in der 350er Klasse, die bis dahin von Velocette mit der Mk 8 KTT allein bestritten wurde. Die lauteste 350er war die DKW allemal, mit dem Drehmoment konnten die Viertakter nicht mithalten und die Spitzenleistung von 32 PS entsprach auch der Velocette Mk 8.
Es sind ca. 20 bis 25 SS 350 gebaut worden, wobei noch einige bei Kriegsausbruch unverkauft im Werk standen. Nach dem Kriege haben viele Privatfahrer auf der SS 350 Rennen angeführt. Erst mit dem Kompressorverbot für die Saison 1950 verschwanden die Maschinen von der Öffentlichkeit. Diese Ladepumpen DKWs waren schon früh von Sammlern gesucht und zählen bis heute zu den Spitzenraritäten und wertvollsten Motorrädern. Wer einmal eine Ladepumpen DKW aus der Nähe gesehen hat, weiß, das es sich hier um die allerfeinste Technik handelt, die damals in Deutschland gebaut wurde. Jedes Einzelteil ist bestaunenswert, mit welch einem Niveau hier konstruiert und gearbeitet wurde. Immerhin handelte es sich damals mit ca. 125 Beschäftigten um die größte Motorrad Rennabteilung der Welt. Und die Winterarbeit der Rennmonteure bestand darin, neue SS 250 und 350 zusammenzubauen.
Diese Arbeit hat nun ein Motorradenthusiast im Jahre 2004 wieder aufgenommen, zerlegte eine original SS 350 und baute Teile für 2 komplette Maschinen und ein Fahrgestell nach. Die hier zu sehende Maschine wird als einzige verkauft und ist fast fertig, ein paar Montagearbeiten werden bis zur Auktion noch durchgeführt.
Der Rahmen wurde von einem Rahmenbauer mit gutem Material in sehr sauberer Arbeit ausgeführt. Ebenso die Gabel, die in allen Abmessungen dem Original entspricht. Motorgehäuse mit Ladepumpenzylinder und Wasserhaube wurden in Aluminiun statt Magnesium gegossen. Der Zylinder ist das Aufwendigste Teil am Motorrad und entstand im Prototypenbau in einem sehr aufwendigen und kostspieligem Verfahren. Die Kurbelwelle wurde mit den Hauptlagern exakt nachgefertigt, lediglich zur Abdichtung kommen jetzt Simmerringe statt Filzringe zum Einsatz. Ein Schwungrad mit den org. Abmessungen und -Gewicht wird noch montiert. Geplant ist eine elektronische Zündung, die nur einen Geber auf dem Schwungrad hat.
Das Getriebegehäuse ist in Aluminium gegossen, die Halter angeschweißt. Alle Zahnräder und Wellen sind exakte Kopien vom Original. Die Kupplung ist eine englische NEB, wie sie in der Klassikerszene für Nortons verwand wird. Alle Blechteile sind originalgetreu aus Stahlblech gefertigt, wobei der Tank besonders schön gelungen ist. Die Räder haben Naben aus Aluminium statt Magnesium, und entsprechen äußerlich (einschließlich dem angenieteten Speichenkranz) dem Original. Die Felgen sind aus Alu mit den alten Maßen 21 Zoll vorn und 19 Zoll hinten.
Allgemein betrachtet sind alle Arbeiten mit großer Sorgfalt und ohne Rücksicht auf Kosten so originalgetreu wie möglich entstanden. Die Lackierung ist sehr gut gelungen und die Verchromungen sind ebenfalls prima. Die letzte Finischarbeit inclusive Probeläufe fehlt noch, kann vom Einlieferer aber noch gegen Bezahlung vorgenommen werden. Der Kostenaufwand für den Bau der Rennmaschine beläuft sich auf ca. 60 000 Euro. Die Maschine wird hier auf der Auktion so verkauft, wie sie zur Besichtigung zu sehen ist, und kann sofort mitgenommen werden.
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Schätzwert: 50000 bis 70000 € |
| Mangels Originale die einzige Gelegenheit für eine SS 350. Mehr Repliken wird es nicht geben! |
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