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Marke / Typ: BMW 500 Werksrennmasch.
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Baujahr: 1939
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Daten:
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Rahmen-Nr.:
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ohne |
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03 |
| Authentische Werksrennmaschine mit Historie. |
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Beschreibung: Die Kompressor BMWs - viele Geschichten und Mythen ranken sich um die superschnellen Boxermaschinen aus München. Man kann sie grob in 2 Gruppen unterteilen: die ersten ohv Motoren mit Kompressor über dem Getriebe von 1928 bis 1935 und zum zweiten die dohc Motoren in den Rohrrahmen von 1935 bis 1939 und 1947 bis 1949. Die 2. Gruppe ist für uns hier interessant. Sie beginnt mit der Entwicklung des ganz neuen Topfscheiben Kompressors von Rudolf Schleicher. 1933 konnte diese Neuentwicklung bereits mit den alten ohv Motoren eingesetzt werden. Diese Kompressoren waren eine Eigenentwicklung von R. Schleicher im Auftrag von BMW. Und sie waren das best gehütete Geheimnis an den ganzen Kompressormaschinen. Öffentlich wurde vom System Zoller gesprochen (das nur so ähnlich funktionierte) und unter vorgehaltener Hand sprach man von Rootskompressoren - was später auch so veröffentlicht wurde.
Im Zuge des allgemeinen Aufschwunges gab es nun im Mai 1935 ganz neue Rennmaschinen zu sehen. Sie hatte einen ganz neuen Rahmen aus konischem Ovalrohr, daß in einem neuen Verfahren geschweißt wurde. Ferner Telegabel, die es schon ein Jahr vorher an den alten Rennern gab. Motor und Getriebeeinheit waren völlig neu, in jedem Kopf saßen 2 Nockenwellen, durch Königswelle angetrieben. Sie konnte sich zwar im ersten Jahr noch nicht so recht durchsetzen, aber das hohe Potential war allen klar. So dachte Rudolf Schleicher sogar an ein exkluvives Straßenmodell ohne Kompressor.
1936 wurde dann schon eine erfolgreiche Saison für die neue BMW und Ernst Henne nutzte eine Spezialversion des 500er dohc Motors für Weltrekordfahrten. Er setzte mit 272 km/h eine neue Bestmarke und im Jahr darauf mit 279,5 km/h einen lange ungebrochenen Geschwindigkeitsrekord. 1936 und ´37 gab es auch eine 600er Version für Gespanne.
1937 kam dann die Kompressormaschine in ihrer "endgültigen" Form. Sie hatte sich von dem Aussehen der Straßenmaschinen ganz gelöst. Es gab einen richtig großen Tank, die neue Hinterradfederung mit geändertem Rahmen. Der Motor saß höher, die Gabel wurde überarbeitet und die Räder bekamen die ersten Vollnabenbremsen. Die Rennerfolge zeigten, das die neue Version zu den besten Motorrädern der Welt gehörte. Garl Gall wurde deutscher Meister.
Nur wenig modifiziert riß die Erfolgsserie 1938 nicht ab, was Schorsch Meier den ersten Europameistertitel brachte. Er wurde zum ersten Mal nach Punkten von mehreren Rennen ausgetragen, und nicht wie vorher, bei nur einem Rennen entschieden. Auch der deutsche Meistertitel viel an Schorsch Meier.
Im Jahre 1939 gab es an der erfolgreichen Rennmaschine kaum Änderungen. Details waren hier im Laufe der Saison: Verbundbremse (Fußhebel bedient beide Bremsen mit einem Kraftausgleich) Lüftungshutzen an der vorderen Bremse, und am Ende der Saison einen Zweiteiligen Tank.
Die Werksmannschaft bestand aus: Schorsch Meier, Wiggerl Kraus und Karl Gall. Während der Saison kamen noch Karl Rührschneck, Hans Lodermeier, Ludwig Burkhard und Hans Bock dazu. Die meisten Rennen in Deutschand gewannen die Kompressor BMWs, darunter natürlich auch der viel zitierte Sieg von Schorsch Meier auf der englischen TT. Damals ging der (offizielle) Wettkampf sehr ins nationalistische und so muß man die irre Freude über gerade diesen Sieg verstehen. Am Ende der Saison viel der deutsche Meistertitel an Wiggerl Kraus, während die Europameisterschaft knapp an Gilera Fahrer Serafini ging.
Nun fragen sich viele, wie viele Renner gab es denn? Wenn man die Menge der Fahrer sieht, und bedenkt das mitunter am gleichen Wochenende 2 Teams mit je mindestens 3 Maschinen unterwegs waren, müssen es schon mindestens 6 bis 8 Maschinen gewesen sein. Aber da man stets Teile tauschte, Motoren wechselte und Maschinen speziell für manche Strecken herrichtete kann niemand eine genaue Zahl nennen. Eine Aufzeichnung, wer mit welchen Rahmen und Motoren unterwegs war, gibt es auch nicht.
Hier noch ein paar Leistungsdaten der 39er Kompressormaschinen: Sie hatte ca. 55 PS bei 7000 U/min. Verdichtung nur 5 : 1 (der Kompressor steigert die Ladung mit 1,5 bar). Ein Vergaser von Fischer Amal. Einscheiben Trockenkupplung mit leichtem Schwungrad. 4 Ganggetriebe mit Fußschaltung. Die kompette Maschine wiegt nur 138 kg (ohne Benzin). Die Spitzengeschwindigkeit dürfte bei ca 220 km/h liegen.
Kommen wir nun zur Geschichte dieses Exemplares. Bei BMW baute man 1939 eine Maschine für Ausstellungszwecke zusammen. Sie wurde ohne Motorinnereien zusammengebaut. Äußerlich war das nicht zu sehen, da alle Motoraggregate montiert wurden. Auch das Schwungrad saß im Motor und das Getriebe und Hinterachsantrieb waren komplett. Es fehlten also nur Kurbelwelle, Kolben, Königswellen, Nockenwellen, Kipphebel, Ventile usw. Diese Ausstellungsmaschine stand bei Kriegsende im Werk Eisenach oder in Räumen der Leipziger Messe, als die Russen das Land besetzten. Ein russischer Offizier soll die Maschine mitgenommen haben. Ein paar Jahre später (so sagt man) hat der bekannte lettische Rennfahrer Edgars Ermanis sie auf dem Flohmarkt in Odessa gekauft. Dieser fuhr in den 50er Jahren mit einer R 51 mit selbstgebautem Kompressor (ähnlich BMW ) einen russischen Geschwindigkeitsrekord mit Seitenwagen von 207,7 km/h.
Dieser hat aber offenbar die Motorteile nicht eingesetzt sondern das Rennpaket an Eduards Kiope vom Riga Road Racing Circuit Motocycle Collection verkauft. Damals soll diese Transaktion bereits in Teilen, ohne Rahmen abgelaufen sein. Der zusammengesetzte Motor war in dem genannten Museum viele Jahre zu sehen. In den 90ern wurde dieses Museum zu einem Teil des großen Riga Motormuseum, wo der Motor mit den Fahrgestellteilen lange Jahre in alten Wehrmachtstransportkisten lagerte. Ca. 1995 begannen mehrere Sammler, sich für die Teile zu interessieren. Letztendlich konnte ein deutscher Sammler die Kisten mit der Kompressormaschine für 15 000 Brit. Pfund kaufen (Kaufvertrag ist vorhanden).
So wurden die Maschine 1996 nach Deutschland verbracht und bei einigen Teilen eine Restaurierung begonnen bzw. Nachbauteile in Auftrag gegeben.
Wir haben hier nun folgende Originalteile von der Kompressor BMW:
Das Motorgehäuse ist komplett mit allen Deckel und in sehr gutem Zustand. Der Kompressor ist nur als Gehäuse vorhanden (keine Schäden innen) ohne Rotor. Als extra Teile ist ein ganz ähnlich konstruierter kompletter und guter Kompressor vorhanden. Der Rotor könnte zum BMW Gehäuse passen. Als Herkunft vermuten wir die Rekordmaschine von E. Ermanis. Das Schwungrad mit einigen Kupplungsscheiben ist vorhanden. Beide Zylinder und Köpfe sind in sehr gutem Zustand und unverändert.
Das Getriebe ist sehr gut in allen Teilen und mit dem kompletten 4 Gang Radsatz versehen. Es fehlt die quer laufende Schaltstange mit der rechts sitzenden Kulissenscheibe. Der Handhilfsschalthebel und die komplette Fußschaltung mit Wippe sind vorhanden. Die Räder sind ganz komplett und original bis auf einen der beiden Reifen. Vorn ist eine 21 Zoll und hinten eine 20 Zoll Alufelge montiert. Beide Räder sind in sehr gutem Zustand mit Steckachsen. Die Bremse vorn ist komplett. Hier fehlt auch kein Lüftungshutzen, die kamen erst im Laufe 1939 an die Maschinen. An der hinteren Bremse fehlen die Bremsbacken und der Bremsschlüssel (man kann die vorderen als Muster nehmen). Der Achsantrieb mit Kardanwelle usw. ist ganz komplett und sehr gut erhalten.
Ferner haben wir einen org. Tank, der nicht genau den 39er Modellen entspricht. Er kann auch etwas früher sein, oder einem Versuch entstammen. Es ist aber auf jeden Fall ein echtes Rennteil von BMW.
Außerdem sind vorhanden: Schutzblech vorn, Lenker mit einem Teil der Hebel und Drehgriff, Stellknopf zum Lenkungsdämpfer, Fußbremshebel mit Hebel für Bremsausgleich und Ständer. Am Motor hängt der org. Fischer Amal Vergaser vom Typ 10 TT 34 RR mit Ansaugsieb und die gute Auspuffanlage. Ansonsten gibt es noch viele Kleinteile wie Schrauben Muttern usw. Es sind aber wohl nicht mehr alle Schrauben für das Motorrad vorhanden.
Folgende Teile waren beim Kauf in Riga vorhanden und fehlen leider: Mühle Drehzahlmesser und Bosch Rennmagnet.
Letztendlich fragt man sich, woher bekommt man die fehlenden Teile. Es gibt mindestens 2 Restauratoren in Deutschland, die ohne extra Muster die Fehlteile anfertigen könnten. Dies wären Mike Kron und Petersmeier. Preise können wir Ihnen dazu nicht nennen, aber es ist ohne außerordentliche Probleme möglich, die Maschine wieder zu komplettieren.
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Schätzwert: 100000 bis 150000 € |
Hammerpreis: 70.000,00 €
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| Jetzt lehnen wir uns ´mal zurück und überlegen, was man damit anfangen könnte. Denken Sie jetzt bloß nicht nur an die Fehlteile - sondern an das, was vorhanden ist. Jedes Kleinteil ist ein echtes BMW Werksrennteil und kostbar - und darüber freuen wir uns doch!! |
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